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Seltene Käferart im Latumer Bruch entdeckt
Eine Entdeckung besonderer Art machten Mitglieder des Krefelder Entomologischen Vereins im Latumer Bruch, nahe der Stadtgrenze zu Meerbusch. Ihnen gelang der Nachweis des Veränderlichen Edelscharrkäfers, einer Art, die als äußerst selten, fast schon als ausgestorben galt und auf der Roten Liste steht. Fundort war ein Kopfbaum. Belegstücke sind insgesamt vier Flügeldecken. Die Artbestimmung konnte ohne jeden Zweifel vorgenommen werden.
Gnorimus variabilis ist ein Mulmhöhlen bewohnender Käfer, eine "Urwaldreliktart" mit hohem Anspruchsprofil an Biotopstrukturen und Habitattradition. Ob und wo sich aktuell mit Larven von Gnorimus variabilis besetzte Brutbäume im Einzugsbereich befinden, ist derzeit noch nicht ermittelt worden. Prinzipiell kommen Altbäume verschiedener Laubgehölze (Eiche, Erle, Esche, Kastanien, Weiden) in Frage. Insbesondere die Lage des Fundpunktes neben einem Erlenbestand legt die Vermutung nahe, dass neben den Kopfeschen hier vielleicht auch Baumhöhlen der Erlen als Brutbäume von den Edelscharrkäfern verwendet werden.
Der Veränderliche Edelscharrkäfer wird gemäß der Roten Liste der gefährdeten Tierarten derzeit bundesweit als vom Aussterben bedroht eingestuft. Artenschutzrechtlich fällt der unter die streng geschützten Arten der Bundesartenschutzverordnung.
Gnorimus variabilis ist zweifelsfrei ein typisches Faunenelement des Niederrheins. Ältere Nachweise erfolgten in hoher Individuenzahl in den Jahren 1888 bis 1895 in einem alten Erlenbestand an der Niers bei Rheydt. Viele Belegstücke finden sich aus diesen historischen Aufsammlungen heute noch in den Sammlungen des Deutschen Entomologischen Instituts (DEI).
Auch Krefeld ist nach den älteren Faunenwerken als Fundort für die Art belegt. Der Nachweis im Latumer Bruch ist für Krefeld nach Kenntnis des Entomologischen Vereins die erste Wiederentdeckung der Art seit circa 150 Jahren. Der Nachweis von Gnorimus variabilis ist naturschutzfachlich bedeutsam. Vor den Kartierungsaktivitäten der Vereinsmitglieder war für Nordrhein-Westfalen nur ein einziger Fundort nach 1980 bekannt (Meererbusch). In diesem Bereich konnten jedoch in den letzten zwei Jahrzehnten kein Nachweis für die Artpräsenz mehr erbracht werden.

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